Die Blaue Galerie · 1030 Wien · Ungargasse 57 Mi–Fr 14–18 Uhr · +43 1 299 22 99
Konzert Verschoben auf 8. November

Tibor Bogányi — Violoncello Solo
Bach, Boccherini, Ligeti

Sonntag, 13. September · 19 Uhr

Solokonzert mit dem Cellisten Tibor Bogányi in der Blauen Galerie.
Platzkarte € 25,- an der Abendkassa

Aktuelle Ausstellung

Licht

als zentrales Element

VernissageDienstag, 15. September, 19 Uhr
Laufzeitbis 25. September
ÖffnungszeitenMi–Fr 14–18 Uhr und nach Vereinbarung
OrtDie Blaue Galerie, Ungargasse 57, 1030 Wien

Es beginnt mit dem Sehen. Ohne Licht gibt es kein Bild, keine Form, keine Farbe — Licht ist die Voraussetzung dafür, dass wir Kunst überhaupt wahrnehmen können, und zugleich, in jedem einzelnen Werk, oft ihr eigentliches Thema. Wir gehören zu den wenigen Lebewesen, die Farbe in ihrer vollen Differenziertheit sehen: Was für die meisten Tiere ein grobes Raster aus Hell und Dunkel bleibt, entfaltet sich für uns in einem Spektrum aus Millionen von Nuancen. Diese Fähigkeit verdanken wir einzig dem Licht, das auf eine Fläche, ein Blatt, eine Leinwand fällt und von ihr zurückgeworfen wird, gebrochen, gefiltert, verändert.

Aber Licht ist mehr als eine physikalische Bedingung des Sehens. Es ist auch eine psychologische, fast eine existenzielle Kraft. Es macht den Tag freundlich und hebt die Stimmung; es gibt uns Kraft und lässt uns hoffen, wenn ein Morgen nach einer langen Nacht heller wird. Es lenkt den Blick — auf das Wesentliche, auf das, was hervorgehoben werden soll, während alles andere im Schatten zurücktritt. Licht gibt Orientierung und Fokus: Wo es hinfällt, dort beginnen wir zu schauen.

Die Ausstellung „Licht” versammelt sieben Positionen, die dieses Thema auf ganz unterschiedliche Weise verhandeln — von der stillen Morgenstimmung bis zur atmosphärischen Abstraktion, von der erdverbundenen Landschaft bis zum Blick nach oben, in den Himmel selbst.

Lubomir Hnatovic zeigt in „Früher Morgen an der March” eine Szene des ersten Lichts: Der Fluss liegt noch in dunstigem Blau, doch am Horizont bricht bereits ein warmes Gold durch die Bäume und legt sich als Reflexion auf das Wasser. Es ist jener Moment, in dem Licht buchstäblich zurückkehrt — und mit ihm die Energie für den Tag.

Gottfried Pengg-Auheim führt mit „Dachsteinblick” in die alpine Weite. In kräftigem Pinselduktus mit pastös aufgetragenen Ölfarben zeigt er uns den Blick von Aussee Richtung Süden; hier trifft das Licht auf ein Hochtal und lässt einen einzelnen Streifen aus Gelbgrün aufleuchten, während die umliegenden Flanken in Schatten und kühlem Blau verschwimmen. Hier ist Licht ein Regisseur: Es entscheidet, was gesehen wird, und lässt den Rest der Landschaft zurücktreten.

Wolfgang Sinwel nähert sich dem Thema in „Tagesrand” von einer traumhaften, aus der Vogelperspektive gedachten Warte. Die Erde wird zur Fläche, über der sich ein zartes Farbband aus Rosa und Weiß spannt — der Rand des Tages, an dem Licht und Landschaft ineinander verschwimmen und die Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion durchlässig wird.

Lara Bandilla setzt in „Herbst” auf einen ganz anderen Effekt: Gegenlicht, das durch Blätterdach und Glasüberdachung bricht und zwei Gestalten auf einem Weg in eine alles überstrahlende Helligkeit taucht. Die Figuren werden zu Silhouetten, das Licht selbst zur eigentlichen Hauptfigur der Szene — ein Bild darüber, wie Licht auch verbergen kann, wenn es uns blendet, wenn es zu stark wird für uns. Nichts ist einfach nur gut, nichts ist einfach nur schlecht.

Auch Katharina Walter zeigt uns überbordendes Licht auf ihre Weise; überschäumende Helligkeit, die nur noch Schemen von Menschen erkennen lässt. Die Szenen werden zu Träumen, in denen die Figuren unkenntliche Schatten sind, deren Sprache wir nicht verstehen, deren Ideen wir nicht kennen und deren Gesten vom Licht fast verschluckt werden. Das Höhlengleichnis von Sokrates kommt in den Sinn: Alles, was wir wahrnehmen, sind Schatten, und wir versuchen ein Leben lang, den Sinn zu entdecken.

David A. Kilvington blickt in „Sky 2” ganz nach oben. Die Leinwand wird vollständig von Wolken eingenommen, ihr Volumen modelliert allein durch das Spiel von Licht und Schatten in ihrem Inneren. Ohne Horizont, ohne Landschaft, bleibt nur die reine Beobachtung: wie Licht Form erzeugt, wo eigentlich nur Wasserdampf ist.

Angharad Taris leuchtet mit expressiven Farben und zeigt, was Licht in unseren Augen auszulösen vermag: ein Kaleidoskop von Farben, die eine ruhige Landschaft in ein Spektrum zerlegen, das mehr mit abstrakter Emotion als mit natürlicher Beschreibung zu tun hat: eine Aussicht über Täler, die zu Farbteppichen werden als Hommage an das Licht.

Sieben Künstler, sieben Bildsprachen, ergänzt um Leuchtobjekte von Andreas Hülber — Kunst kann ein Quell der Freude sein, eine fast unerschöpfliche Quelle der Kraft, jedes Mal, wenn wir ein Werk sehen, das uns im Innersten erreicht.

Programm

Kommende Veranstaltungen

Was als Nächstes in der Galerie zu sehen und zu hören ist.

Vernissage · Malerei

Christoph Wetzel — Menschenbilder

Vernissage 6. Oktober · 19 Uhr — Ausstellung läuft bis 23. Oktober

Portraits in Öl und Portraitskizzen von Christoph Wetzel. Präsentiert von TAITH.

Malerei

Laura Nitsche — Stilleben

November · Termin folgt

„Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ — Stilleben von Laura Nitsche. Präsentiert von TAITH.

Fotografie

„La Donna“ — Sofia Taliani

Dezember · Termin folgt

Einzelausstellung mit Fotografien von Sofia Taliani. Präsentiert von TAITH.